Arbeiterwohlfahrt Rostock
Gemeinsam für soziale Gerechtigkeit.

Preisentwicklung bei Öl, Gas und Strom

Zwischen den Jahren 2000 und 2007 sind die Preise für Gas um 62,4 Prozent, für Strom um 37,5 Prozent gestiegen, und Öl wurde seit dem Jahr 2004 um 45 Prozent teurer. Diese Durchschnittszahlen des Statistischen Bundesamtes verschleiern aber die wahre Preisexplosion der letzten Monate.

Wer Mitte Juli Erdöl einkaufen wollte, musste 44 Prozent mehr zahlen als noch Mitte Januar. Vor 18 Monaten musste nur etwa die Hälfte gezahlt werden. Die Preise stiegen seitdem um 99,5 Prozent.

Die Gaspreise folgen. In den letzten 12 Monaten haben 631 Versorger die Preise bis zu knapp 25 Prozent erhöht. Für August und September haben wiederum 207 Versorger Preissteigerungen bis zu 29 Prozent angekündigt.
Auch die großen deutschen Stromanbieter haben die Preise im ersten Halbjahr 2008 um durchschnittlich 7 bis 10 Prozent angehoben, in Einzelfällen sogar um 20 Prozent.

Entlastung von Energiekosten ist verantwortungsvolle Sozialpolitik


Mittel- und langfristig brauchen wir den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien und eine deutliche Verbesserung der Energieeffizienz, insbesondere im Wohnungsbestand.

„Kurzfristig benötigen aber Millionen Haushalte eine spürbare Entlastung bei den Energiekosten", forderten die Chefs von Mieterbund und Arbeiterwohlfahrt. „Insbesondere einkommensschwache Haushalte sind beispielsweise nicht in der Lage, aus eigener Kraft durch Anschaffung neuer, sparsamer Elektrogeräte oder durch Modernisierungen ihrer Wohnungen die Auswirkungen der Energiepreisexplosion abzufangen."

Rips und Schmidt begrüßten, dass mit der Wohngelderhöhung und der erstmaligen Einbeziehung der Heizkosten ein erster Schritt in die richtige Richtung getan wurde. Das reiche aber noch längst nicht aus.
„Wir fordern eine Erhöhung der Hartz-IV-Regelsätze um 50 Euro", sagte Mieterbund-Präsident Dr. Franz-Georg Rips. „Die derzeitige Regelleistung von 351 Euro berücksichtigt weder die Preissteigerungen bei Lebensmitteln noch bei den Energiepreisen."

„Viele Politiker, bis hin zur Bundeskanzlerin, wissen gar nicht, dass aus den Regelsätzen die Kosten für Warmwasser und Strom bezahlt werden müssen", erklärte der Bundesvorsitzende der Arbeiterwohlfahrt, Wilhelm Schmidt. „Bei diesen Preissprüngen reichen die bisherigen Regelsätze nicht aus."

Rips und Schmidt forderten die Bundesregierung auf, zu prüfen, ob für einkommensschwächere Haushalte ein Heizkostenzuschuss gezahlt werden kann, wie zum Beispiel schon einmal im Jahr 2001.
„Das Kalender- und Abrechnungsjahr 2008 wird für die Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland drastisch teurer. Wir gehen davon aus, dass die Heizkosten um bis zu 40 und 50 Prozent steigen werden. Das bedeutet Mehrkosten bei einer 90 Quadratmeter großen Wohnung von fast 500 Euro im Jahr", sagte der Mieterbund-Präsident. „Die Betroffenen müssen hier wirksam entlastet werden."

Keine Wiedereinführung der Pendlerpauschale


Die Wiedereinführung der Pendlerpauschale, wie sie insbesondere in Unionskreisen debattiert wird, ist der falsche Weg, sind sich Deutscher Mieterbund und Arbeiterwohlfahrt einig.

„Die Pendlerpauschale hilft einkommensstarken Haushalten mit hohen Steuerbelastungen am meisten. Rentner, Arbeitslose oder Geringverdiener profitieren dagegen überhaupt nicht von der Pauschale. Das hat mit sozialer Gerechtigkeit nichts zu tun. Die 2,5 Milliarden Euro, die die Wiedereinführung der Pendlerpauschale kosten würde, wird besser für einkommensschwache Haushalte verwendet bzw. zum Ausbau von Förderprogrammen zur Steigerung der Energieeffizienz", sagte der Bundesvorsitzende der Arbeiterwohlfahrt.

„Die Wiedereinführung dieser Pendlerpauschale wäre eine komplette Rolle rückwärts. Sie ist aus guten Gründen eingeschränkt bzw. abgeschafft worden. Wir müssen die Städte fördern und nicht die Zersiedelung. Wir müssen in Infrastrukturmaßnahmen investieren und nicht mehr oder weniger lange Autofahrten steuerlich subventionieren", ergänzte der Mieterbund-Präsident.

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